Informationssicherheit & NIS-2-Richtlinie
Implementierung von Risikomanagementmaßnahmen

Richtlinie (EU) 2022/2555 des Europäischen Parlaments und des Rates: Die NIS-2-Richtlinie wurde am 27.12.2022 von der Europäischen Union veröffentlicht. Sie enthält Maßnahmen für ein hohes gemeinsames Cybersicherheitsniveau in der Union.
NIS-2-Richtlinie: Was kommt auf betroffene Sektoren zu?
Unternehmen, die unter die NIS-2-Richtlinie fallen, müssen sich künftig beim BSI registrieren. Darüber hinaus wird eine verpflichtende Meldung sicherheitsrelevanter Vorfälle eingeführt und für bestimmte Unternehmen ist zusätzlich eine Nachweispflicht zu erwarten. Wie genau diese Anforderungen ausgestaltet sein werden, hängt jedoch vom noch ausstehenden nationalen Umsetzungsgesetz ab.
Sowohl „wesentliche Einrichtungen“ (essential entities) als auch „wichtige Einrichtungen“ (important entities) sind verpflichtet, geeignete, verhältnismäßige und wirksame technische sowie organisatorische Maßnahmen zu ergreifen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Störungen der Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der IT-Systeme und -Prozesse zu verhindern und jegliche Auswirkungen möglicher Sicherheitsvorfälle so gering wie möglich zu halten.
Bei der Wahl und Ausgestaltung der Maßnahmen müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden: das individuelle Risikoprofil des Unternehmens, dessen Größe, die Kosten der Umsetzung sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzielle Schwere von Sicherheitsvorfällen. Ebenso spielen die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen möglicher Störungen eine wichtige Rolle bei der Beurteilung, ob Maßnahmen als verhältnismäßig gelten.

Beispiele für Maßnahmen im Bereich der Informationssicherheit: Entwicklung und Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien, Schulung von Beschäftigten im Umgang mit Informationen, physische Sicherheitsmaßnahmen (wie Zugangskontrollen zu Büros und Serverräumen) und die Implementierung eines ISMS (Informationssicherheits-Managementsystem).
IT-Sicherheit & Informationssicherheit
IT-Sicherheit und Informationssicherheit sind eng miteinander verbunden, dennoch haben sie unterschiedliche Schwerpunkte und Ansätze. In der Praxis sollten beide Ansätze integriert werden, um einen umfassenden Schutz von Informationen und IT-Infrastrukturen zu gewährleisten.
Mit der Digitalisierung und der zunehmenden Vernetzung von Systemen und Geräten sind die Sicherheitsanforderungen sehr viel komplexer geworden. Unternehmen und Organisationen müssen nicht nur ihre IT-Systeme schützen, sondern auch sicherstellen, dass die gesamten Informationen und Daten, die sie verarbeiten, angemessen geschützt sind.
IT-Sicherheit konzentriert sich traditionell auf den Schutz von IT-Systemen (insbesondere Hardware, Software und Netzwerken). Das Hauptziel der IT-Sicherheit ist der Schutz vor IT-spezifischen Bedrohungen. Maßnahmen im Bereich der IT-Sicherheit können z.B. sein: Firewalls, Verschlüsselung und Patches.
Informationssicherheit erstreckt sich auf weit mehr als nur IT-Systeme oder digitale Informationen. Die Informationssicherheit bezieht sich auf alle Arten und Formen von Informationen (also auch gedruckte Dokumente, mündliche Kommunikation, etc.) und berücksichtigt sowohl organisatorische als auch menschliche Faktoren.
Hauptziel der Informationssicherheit ist der umfassende Schutz der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen.
Der Begriff “IT-Sicherheit” reicht heutzutage oftmals nicht aus, um die gesamte Bandbreite der Sicherheitsherausforderungen, welche die digitale Welt mit sich bringt, abzudecken.
Daher werden Begriffe wie “Informationssicherheit” und “Cybersicherheit” verwendet, um die unterschiedlichen Dimensionen und Anforderungen der modernen Sicherheitsorganisation in Unternehmen besser zu beschreiben.

Und was ist Cybersicherheit?
Cybersicherheit bezieht sich speziell auf den Schutz von Netzwerken, Computern und Daten vor Cyberangriffen und konzentriert sich auf die Prävention und Erkennung von Bedrohungen und Risiken, die aus dem Cyberspace entstehen.
Cybersicherheit ist ein kritischer und dynamischer Bereich, der kontinuierliche Anpassungen erfordert, um den sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungen entgegenzuwirken. Unternehmen und Organisationen müssen eine umfassende Cybersicherheitsstrategie entwickeln, die technische, organisatorische und menschliche Faktoren berücksichtigt, um ihre Systeme und Daten wirksam zu schützen.